St. Martin
Die Gemeinde St. Martin umfasst die Gebiete Wollmatingen, Lindenbühl und Reichenau - Waldsiedlung.
Das Patrozinium wird um den 11. November gefeiert.
Die Biografie des Patrons können sie hier im Heiligenlexikon einsehen.
Die Geschichte der Pfarrei St. Martin
- 724 wurde das Kloster Reichenau vom wohl westgotischen Wanderbischof Pirmin und seinen Mönchen gegründet und vom damaligen fränkischen Hausmeier Karl Martell reich begütert; Wollmatingen gehörte zur Grundausstattung des Klosters.
- 1194 wird in der noch urkundenarmen Zeit erstmals ein Leutpriester in Wollmatingen erwähnt: Es hat Ende des 12. Jahrhunderts also sicher hier eine Kirche gegeben, die auf dem Löweren (westlich des Engelsteigs) stand und mit Gerichtsstätte (die zugehörige Linde ist längst eine Wirtschaft geworden) und Kelhaus (am Engelsteig als Sammelplatz für den abzuliefernden Zehnten) den Ortskern bildete.
- Schon damals gab es "auf dem Festland" Einsiedeleien, aus denen sich die inzwischen aufgegebenen Klösterchen St. Katharina ( Mainauwald ) und St. Adelheiden (bei Hegne) entwickelten.
- 1312 wird diese Pfarrei erstmals in einer Urkunde als St. Martin tituliert.
- 1356 wird das große Pfarrgebiet, das neben Wollmatingen auch Egg, Staad, Allmannsdorf und (Peters-)Hausen, ohne den dortigen Klosterbezirk, umfasste, geteilt: Allmannsdorf erhält eine eigene Pfarrkirche St. Georg. Seit jener Zeit war auch stets der Wollmatinger Pfarrer Dekan für das Umland von Konstanz.
- 1412 war Wollmatingen so gewachsen, dass ein ständiger Kaplan angestellt wurde. Dessen späteres Wohnhaus - die Kaplanei - ist heute ein Teil unseres Gemeindezentrums.
- 1472 wurde an der heutigen Stelle eine neue Kirche im gotischen Stil erbaut. Der heutige Kirchturm ist allerdings noch älter und trug bis 1610 einen Staffelgiebel.
- 1610: In der Kugel auf der Kirchturmspitze fand sich bei der Renovierung im Jahre 1997 folgende Urkunde: "Im Jahre n. Chr. 1610 war Jakob Fischer Bischof und Georg Acker Bürgermeister. Mit den Vorgenannten und den Kirchenpflegern Jakob Greis, Georg Greis der Kirche St. Martin desselben Orts hat die Völkerschaft von Wollmatingen mit Gemeindemitteln diesen Turm errichtet. Lob sei Gott und der Gottesgebärerin Maria, 27. Juli 1610" Mit seinen fast 62 Metern ist der Wollmatinger Martinsturm einer der höchsten Konstanzer Kirchtürme.
-1700: Um diese Zeit wurde das Kaplaneihaus erbaut.
Nach dem dreißigjährigen Krieg bis zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerung des Ortes sich ziemlich gleich geblieben. Die Einträge der Kirchenbücher weisen jährlich meistens 30-40 Taufen, 20-30 Beerdigungen und 3-10 Trauungen auf.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl etwas zu. Im Jahre
-1848 entwendete Thomas Sättele, damals Bürgermeister von Wollmatingen, der Petrusstatue in der Kirche das Schwert. Da er mit den Revolutionären gen Karlsruhe ziehen wollte, ihm aber seine Frau den Säbel versteckt hatte, sah er keine andere Möglichkeit sich zu bewaffnen. Seither muss sich Petrus mit einer Holznachbildung begnügen.
- 1472 wurde an der heutigen Stelle eine neue Kirche im gotischen Stil erbaut. Der heutige Kirchturm ist allerdings noch älter und trug bis 1610 einen Staffelgiebel.
- 1610: In der Kugel auf der Kirchturmspitze fand sich bei der Renovierung im Jahre 1997 folgende Urkunde: "Im Jahre n. Chr. 1610 war Jakob Fischer Bischof und Georg Acker Bürgermeister. Mit den Vorgenannten und den Kirchenpflegern Jakob Greis, Georg Greis der Kirche St. Martin desselben Orts hat die Völkerschaft von Wollmatingen mit Gemeindemitteln diesen Turm errichtet. Lob sei Gott und der Gottesgebärerin Maria, 27. Juli 1610" Mit seinen fast 62 Metern ist der Wollmatinger Martinsturm einer der höchsten Konstanzer Kirchtürme.
-1700: Um diese Zeit wurde das Kaplaneihaus erbaut.
Nach dem dreißigjährigen Krieg bis zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerung des Ortes sich ziemlich gleich geblieben. Die Einträge der Kirchenbücher weisen jährlich meistens 30-40 Taufen, 20-30 Beerdigungen und 3-10 Trauungen auf.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl etwas zu. Im Jahre
-1848 entwendete Thomas Sättele, damals Bürgermeister von Wollmatingen, der Petrusstatue in der Kirche das Schwert. Da er mit den Revolutionären gen Karlsruhe ziehen wollte, ihm aber seine Frau den Säbel versteckt hatte, sah er keine andere Möglichkeit sich zu bewaffnen. Seither muss sich Petrus mit einer Holznachbildung begnügen.
Mit der Vergrößerung der Stadt Konstanz nahm auch die Einwohnerzahl von Wollmatingen zu. Während sie 1880 nur 1028, darunter 18 Evangelische, betrug, steigerte sie sich 1900 auf 1587 und zwar 1448 Katholiken, 112 Evangelische, 10 Altkatholiken und 17 Sonstige (Schweizer).
-1904 wurde der baufällige Chor abgerissen, die Kirche um ein Querschiff erweitert und der bisherige Friedhof verlegt. Die starke Vergrößerung der Gemeinde - nicht zuletzt durch die richtige Entscheidung, die Katholiken der Reichenauer Festlandteile nach Wollmatingen einzugemeinden - war schließlich Anlass,
-1961 die Kirche bis auf den Turm und den Chor von 1904 abzureißen und in der heutigen Form neu zu errichten. Von der alten Wandbemalung sieht man noch drei Reste: einen Bischof mit Kirche (St. Gebhard von Konstanz? St. Wolfgang, der ursprünglich Mönch der Reichenau war?) von 1480, einen Teil eines Weltgerichts sowie Anna Selbdritt aus dem 16. Jahrhundert.
-1981 Übergabe des neu erbauten Gemeindezentrums i. d. Litzelstetter Str. neben der Kaplanei. Im EG Sind Räume für die Jugend und eine Kegelbahn, im OG der Gemeindesaal mit Küche.
-1982 Renovierung der Kaplanei, im EG sind die Räume der Pfarrbibliothek, im OG Sitzungszimmer und Versammlungsräume.
-1997/98 Erneuerung des Turmdaches mit Innen- u. Aussenrenovierung der gesamten Kirche. Einige bauliche Veränderungen gab es im Inneren. Der Chorbereich wurde um drei Stufen heruntergesetzt, um einen ungehinderten Blick auf den Flügelaltar und die Breinlinger-Fenster zu ermöglichen. Außerdem wurde der Altar verkleinert und Richtung Kirchenschiff vorgezogen.
-2000 musste der gesamte Innenraum gereinigt werden, da vor Weihnachten 1999 durch einen Kleinbrand eines Altartuches und von Kunststoffteilen der Innenraum verschmutzt war.
Die Ausstattung unsrer Kirche ist nicht unbedeutend:
Während der gotisierende Hochaltar erst 1906 zur Einweihung des neuen Chores gestiftet wurde, stammen die vier Tafeln der Seitenflügel mit der Darstellung der Leidensgeschichte etwa aus dem Jahr 1530 von einem unbekannten Meister der schwäbischen Spätgotik.
Die Kreuzigungsgruppe an der linken Wand und den Schmerzensmann" (hinten rechts) verdanken wir dem 17., die schöne "Barockmadonna" mit dem Kind dem 18. Jahrhundert.
Die Betrachtung der Kirche St. Martin soll mit drei "Entdeckungen" schließen, die auch Ihnen als neuem Gemeindemitglied Gelegenheit geben, sich "zu wundern":
1. An bevorzugter Stelle der Kirche stehen die Heiligen Petrus und Paulus. Könnte das etwa die Frage nach einem sehr frühen Patroziniumswechsel mit der Reichenau aufwerfen?
2. Im linken Seitenschiff steht eine kostbare Pieta. Wie lässt sich aber erklären, dass Maria in dieser Situation offensichtlich lächelt? Sollte die Gruppe ursprünglich ganz anders ausgesehen haben?
3. Der heilige Martin ist Kirchenpatron. Muss er dann aber gleich mehrfach - wie oft eigentlich? - vorkommen?
-1904 wurde der baufällige Chor abgerissen, die Kirche um ein Querschiff erweitert und der bisherige Friedhof verlegt. Die starke Vergrößerung der Gemeinde - nicht zuletzt durch die richtige Entscheidung, die Katholiken der Reichenauer Festlandteile nach Wollmatingen einzugemeinden - war schließlich Anlass,
-1961 die Kirche bis auf den Turm und den Chor von 1904 abzureißen und in der heutigen Form neu zu errichten. Von der alten Wandbemalung sieht man noch drei Reste: einen Bischof mit Kirche (St. Gebhard von Konstanz? St. Wolfgang, der ursprünglich Mönch der Reichenau war?) von 1480, einen Teil eines Weltgerichts sowie Anna Selbdritt aus dem 16. Jahrhundert.
-1981 Übergabe des neu erbauten Gemeindezentrums i. d. Litzelstetter Str. neben der Kaplanei. Im EG Sind Räume für die Jugend und eine Kegelbahn, im OG der Gemeindesaal mit Küche.
-1982 Renovierung der Kaplanei, im EG sind die Räume der Pfarrbibliothek, im OG Sitzungszimmer und Versammlungsräume.
-1997/98 Erneuerung des Turmdaches mit Innen- u. Aussenrenovierung der gesamten Kirche. Einige bauliche Veränderungen gab es im Inneren. Der Chorbereich wurde um drei Stufen heruntergesetzt, um einen ungehinderten Blick auf den Flügelaltar und die Breinlinger-Fenster zu ermöglichen. Außerdem wurde der Altar verkleinert und Richtung Kirchenschiff vorgezogen.
-2000 musste der gesamte Innenraum gereinigt werden, da vor Weihnachten 1999 durch einen Kleinbrand eines Altartuches und von Kunststoffteilen der Innenraum verschmutzt war.
Die Ausstattung unsrer Kirche ist nicht unbedeutend:
Während der gotisierende Hochaltar erst 1906 zur Einweihung des neuen Chores gestiftet wurde, stammen die vier Tafeln der Seitenflügel mit der Darstellung der Leidensgeschichte etwa aus dem Jahr 1530 von einem unbekannten Meister der schwäbischen Spätgotik.
Die Kreuzigungsgruppe an der linken Wand und den Schmerzensmann" (hinten rechts) verdanken wir dem 17., die schöne "Barockmadonna" mit dem Kind dem 18. Jahrhundert.
Die Betrachtung der Kirche St. Martin soll mit drei "Entdeckungen" schließen, die auch Ihnen als neuem Gemeindemitglied Gelegenheit geben, sich "zu wundern":
1. An bevorzugter Stelle der Kirche stehen die Heiligen Petrus und Paulus. Könnte das etwa die Frage nach einem sehr frühen Patroziniumswechsel mit der Reichenau aufwerfen?
2. Im linken Seitenschiff steht eine kostbare Pieta. Wie lässt sich aber erklären, dass Maria in dieser Situation offensichtlich lächelt? Sollte die Gruppe ursprünglich ganz anders ausgesehen haben?
3. Der heilige Martin ist Kirchenpatron. Muss er dann aber gleich mehrfach - wie oft eigentlich? - vorkommen?










